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Die Brücke

Filmfoto: Die Brücke

Bundesrepublik Deutschland, 1959
Regie: Bernhard Wicki
Drehbuch: Michael Mansfeld, Karl-Wilhelm Vivier, Bernhard Wicki; nach dem gleichnamigen Roman von Manfred Gregor, nach dem Roman von Manfred Gregor
Kamera: Gerd von Bonin
Schnitt: Carl Otto Bartning
Musik: Hans-Martin Majewski
Darsteller: Fritz Wepper, Michael Hinz, Volker Lechtenbrink, Günter Pfitzmann, Cordula Trantow u.a.
Produktion: Fono
BJF-Empfehlung: ab 12 Jahren, FSK: ab 12 (besonders wertvoll)
Stichworte: Geschichte, Krieg, Freundschaft, Literaturverfilmung, Nationalsozialismus
Länge: 99 Minuten, Spielfilm s/w

Eine Schulklasse in einer deutschen Kleinstadt wird im April 1945 noch in Hitlers Armee eingezogen und zur Verteidigung einer kleinen Brücke gegen die anrückenden Amerikaner eingesetzt. Die Jungen sind sehr stolz darauf, endlich auch für das Vaterland kämpfen zu dürfen und erst einmal geschockt, als sie flüchtende Wehrmachtssoldaten erblicken. Bei einem Tieffliegerangriff kommt der erste von ihnen ums Leben. Noch bevor sie den Toten von der Brücke räumen können, nahen Panzer heran, denen sie sich in einer Mischung aus Rache- und Heroismusgefühlen entgegenstellen. In einem sinnlosen Kampf fallen alle Jungen bis auf einen. Den realistischen Kampfszenen vorangestellt ist eine längere Einführung. Sie beschreibt das Umfeld der Jungen und gibt die widerspruchsvolle Stimmung des letzten Kriegsmonats sehr gut wieder.

Wickis weltberühmter Filmklassiker folgt dem Roman von Manfred Gregor, der als 30-jähriger Autor seine eigenen Erlebnisse niedergeschrieben hat. Bernhard Wicki fing in dem eindrucksvollen Dokument nicht nur die Atmosphäre der letzten Kriegstage überzeugend ein, sondern zeichnete auch das Portrait einer Generation, die in ihrem Denken Opfer der Nazi-Ideologie wurde. DIE BRÜCKE hebt sich im Inszenierungsstil und in seiner intensiven Absage an den Krieg bis heute von den meisten Antikriegsfilmen ab und ist der erste deutsche Nachkriegsfilm, der eine klare Position gegen den Krieg bezog.

Pressezitate:
„Wicki hat die Atmosphäre der letzten Kriegstage, jenes Schwanken zwischen Angst und Hoffnung überzeugend eingefangen. Besonders gut gelang ihm das psychologische Portrait der Jungen, ihre Mischung aus echtem Engagement und Indianerspiel-Mentalität, die sie den Krieg halb als nationale Verpflichtung, halb als romantisches Abenteuer betrachten ließ. In der Kritik umstritten waren die äußerst realistischen und brutalen Kampfszenen, die aber als Pendant zur anfänglichen jugendlichen Begeisterung und als Erklärung für die Ernüchterung wohl notwendig waren.“
(Reclams Filmführer)

„Der Film enthüllt im Missbrauch jugendlicher Unbefangenheit und Ideale zugleich den schlimmen Aberwitz des Krieges. Das bedeutende Thema fand eine erschütternde und zugleich sachliche Gestaltung.“
(Lexikon des internationalen Films)

„Begründung der Jury: Mit diesem Film, der bewusst auf die Mitwirkung von Stars verzichtet,ist es dem Schweizer Schauspieler und Regisseur Bernhard Wicki gelungen, die Atmosphäre der letzten Kriegstage mit beträchtlicher Annäherung an die Wirklichkeit wiederzugeben. Die starke Erschütterung, die von der hier unternommenen Dokumentation fehlgeleiteten jugendlichen Heldentums auf die Besucher ausstrahlt, stellt ein begrüßenswertes Gleichgewicht zu der Wirkung der meisten anderen Kriegsfilme dar. In der rechten Weise kommentiert, kann der Film vor allem die Jugend zu einer fruchtbaren Auseinandersetzung mit der Ideologie des Nationalsozialismus und dem Phänomen des Krieges anregen.“
(„Filme zum Thema Krieg und Frieden“, S.22,Hrsg. Gemeinschaftswerk der Ev. Publizistik e.V.)

„Ebenso besticht dieser Film durch seine Gestaltung kriegstechnischer Bedrohung.“
(Lexikon des Kinder und Jugendfilms, Februar 2000)

Film des Schulfilmkanons