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Rafiki – Beste Freunde

Mutig kämpfen zwei Mädchen gegen die Abschiebung ihrer Freundin – und wachsen dabei über sich selbst hinaus.

Drei Mädchen rodeln einen Hang hinunter und purzeln kichernd in den Schnee. Sie sind neun Jahre alt und beste Freundinnen – die schüchterne Julie, die charmante Mette und die geradlinige Naisha. In einem abgelegenen Ort in Norwegen besuchen sie dieselbe Schulklasse und proben für die bevorstehende Aufführung zum Lichterfest. Doch dann bricht die Politik in ihre Idylle ein. Naisha und ihre Mutter, die in einer Asylantenunterkunft wohnen, flüchten über Nacht zu Bekannten nach Oslo. Sie haben erfahren, dass sie ausgewiesen werden sollen. Julie findet einen Zettel mit der Adresse, aber leider auch ihr Vater, der Dorfpolizist. Kurzentschlossen fahren Mette und Julie mit dem Nachtzug in die Hauptstadt, um ihre Freundin zu warnen.

Mit großer Selbstverständlichkeit zeigt Regisseur Christian Lo, wie leicht Integration unter Kindern funktionieren könnte. Der Film erzählt konsequent aus unbefangener kindlicher Sicht und streift Themen wie Rechtsstaat, politische Entscheidungen und Verfolgung in anderen Ländern, ohne sein junges Zielpublikum zu überfordern.

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg empfiehlt diesen Film für den schulischen Einsatz.

Rafiki – Beste Freunde
Originaltitel: Bestevenner
Norwegen, 2009
Spielfilm, 79 Minuten, Farbe

Regie: Christian Lo
Drehbuch: Morten Hovland
Kamera: Bjørn Ståle Bratberg
Musik: Eirik Myhr
Besetzung: Johanna Ado Girirpio, Live Marie Runde, Regine Stokkevåg Eide, Terese Mungai u.a.
Produktion: Filmbin

BJF-Empfehlung: ab 8 Jahren
FSK: ab 6 freigegeben, FBW: „besonders wertvoll“
Stichworte: Migration, Widerstand
Sprache: Deutsch

Pressezitate:

„Weihnachtsutopie um ein Mädchen in der norwegischen Provinz, das über sich hinauswächst und am Ende vehement eine seiner beiden besten Freundinnen, eine von Abschiebung bedrohte Schwarzafrikanerin, vor dem Parlament in Oslo verteidigt. Vorzüglich inszeniert und gespielt, bietet der Kinderfilm sattes Abenteuerkino um Freundschaft, Lebensmut und Grenzen überwindende Toleranz: Kino ohne explizit pädagogischen Auftrag, aber ansteckender und mitreißender als mancher sich politisch gebender Erwachsenenfilm, der selten eine solch kämpferische und dabei stets integre Position gegenüber dem Leben einnimmt.“

(kabeleins.de)